KI – made in Berlin

Künstliche Intelligenz begegnet uns inzwischen nahezu täglich. Welche Unternehmen in Berlin beschäftigen sich damit? Welche Entwicklungen gibt es? Wir stellen hier das KI-Ökosystem der Hauptstadt vor.

Schriftzug "Data has a better idea" auf Hintergrund vor Skyline
© Unsplash

Berlin kann sich bereits seit Mitte der 2000er Jahre mit einer Vielzahl an Unternehmen aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz brüsten. Inzwischen sind in der Hauptstadtregion 28 Prozent der deutschen Unternehmen aus dem KI-Umfeld angesiedelt. Deutsche Gründungen im KI-Bereich finden sogar zu 50 Prozent in Berlin statt. Die Metropole bietet mit ihrer großen Tech-Szene und ihrer innovations-freundlichen Haltung ein ideales Terrain für junge und etablierte Unternehmen. Auch die Vielzahl an Forschungsinstitutionen und Hochschulen und die mögliche Zusammenarbeit mit Startups trägt enorm zur Etablierung vieler Unternehmen in der Hauptstadt bei.

Von Health- über Business- bis hin zu City Intelligence

Die in Berlin angesiedelten KI-Unternehmen kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen; schon lange ist KI nicht mehr nur in Business-Anwendungen, sondern auch im medizinischen sowie im Mobilitätsbereich zu finden. Zu den Entwicklungen der Unternehmen gehören neben Chatbots und Sprachassistenten auch digitale Lösungen für die Früherkennung von Krebs und Alzheimer oder Tools, welche die Kommunikation zwischen Ärzt*innen und Patient*innen erleichtern.

Auch die Entwicklung von City- und Mobility Intelligence ist in Form von autonomem Fahren und intelligenten Kameras zur Verhinderung von Unfällen in Berliner Unternehmen angesiedelt. Anwendungsfelder sind außerdem der Handel, der Entertainmentbereich und die Robotertechnik.

Deep Tech Award-Preisträger*innen heute ganz vorne dabei

Zu den zahlreichen etablierten Unternehmen im Bereich der Künstlichen Intelligenz zählen auch einige ehemalige Gewinner*innen des Deep Tech Awards, wie zum Beispiel Audatic, das mit Hilfe einer Deep Learning-Technologie Audiosignale für Gehörlose und Schwerhörige modifiziert. Ungewollte Töne werden gefiltert und nur wichtige weitergeleitet. Damit hat Audatic nicht nur 2019 den Deep Tech Award gewonnen, sondern ist im gleichen Jahr auch bei den „Forbes 30 under 30“ gelandet.

Im Bereich Health Intelligence findet sich unter anderem das Unternehmen mediaire, das ebenfalls unter den Preisträger*innen des Deep Tech Awards 2019 war. Mit ihrer Software mdbrain wird Radiolog*innen und Neurolog*innen eine Lösung für eine schnellere und bessere Demenzdiagnostik geboten. Dafür wurden mediaire kürzlich mit dem Seal of Excellence der Europäischen Kommission ausgezeichnet.

Einen ausführlichen Überblick über die Themen KI und Gesundheit bietet auch Projekt Zukunft in diesem Deep Dive.

Nachhilfe in KI

Um auch Unternehmen, die bislang noch eher unerfahren in der Anwendung von Künstlicher Intelligenz sind, für diesen Bereich fit zu machen, gibt es inzwischen mehrere Angebote. Eines davon ist path2.ai, ein rein studentisches KI-Startup des Hasso-Plattner-Instituts, dessen Ziel es ist, sowohl Unternehmen als auch der Gesellschaft den Zugang zu Künstlicher Intelligenz erheblich zu vereinfachen. Für Unternehmen wird dies bisher in Form von KI-Prototypen gemacht, welche durch path2.ai innerhalb von zwei bis vier Wochen ausgearbeitet und implementiert werden. Durch diese kurzlebigen Projekte, gepaart mit der großen Nachfrage, ist das Startup in der Lage, in verschiedenen Anwendungsdomänen Wissen aufzubauen. Dadurch soll einerseits ein attraktiver Arbeitsplatz in Berlin für KI-Faszinierte geschaffen werden, andererseits aber auch anhand der Erfahrung aus den Projekten Lösungen bereitgestellt werden, welche eine Vielzahl von Problemen in der KI-Entwicklung behandeln.

Derzeit arbeitet path2.ai gemeinsam mit openHPI daran, Onlinekurse für Einsteiger*innen ohne Programmierkenntnisse zu entwickeln. In Zukunft sollen noch weitere leicht verständliche Angebote für Interessierte entstehen.

Künstliche Intelligenz in Berlin ist groß

Auch das Projekt „KI-Kompetenz im Mittelstand“ von Gemeinsam digital, dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum, hat sich der Nachhilfe in KI verschrieben. Ein kostenfreies, branchenübergreifendes Trainingsprogramm für kleine und mittlere Unternehmen gibt den Teilnehmer*innen einen praxisnahen Einblick in aktuelle KI-Themen und findet für jedes Unternehmen das entsprechende Anwendungsfeld.

Die Vielzahl an Unternehmen und das große Ökosystem in Berlin machen deutlich, welch wichtige Rolle Berlin als KI-Standort, nicht nur deutschland-, sondern auch europaweit, hat.    Einer der KI-Trainer von Gemeinsam digital, Philip Meier, empfindet das Berliner KI-Ökosystem „als sehr innovativ,  stark wachsend und im europäischen Vergleich auf Augenhöhe mit London und Paris“, wie er im Interview mit #ki_berlin sagt. Damit kann sich Berlin definitiv brüsten.

Wir dürfen also gespannt bleiben, welche neuen Technologien und Softwares in naher Zukunft in der Berliner KI-Welt entwickelt werden.

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