Deep Tech Award 2020: Interview mit license.rocks, Gewinner Blockchain

Auch der Preis für die Kategorie Blockchain darf beim Deep Tech Award nicht fehlen und ging dieses Jahr an das Team von license.rocks! Wir haben den zwei Gründern auf den Zahl gefühlt.

Gründer von license.rocks halten Award und Urkunde in die Höhe
© André Wunstorf

Liebes license.rocks-Team, nochmal herzlichen Glückwunsch zum Gewinn des Deep Tech Awards in der Kategorie Blockchain! Erzählt uns doch einmal, wie es bei euch zur Bewerbung beim Deep Tech Award kam und wie der Bewerbungsprozess für euch war.

Wir haben das Announcement im BerChain Slack Channel gesehen und fanden den Titel Deep Tech und die Kategorie Blockchain super passend für uns. Dann haben wir die Website gescannt und uns für eine Bewerbung entschieden. Der Bewerbungsprozess war relativ einfach, da wir fast alle angefragten Informationen bereits vorbereitet hatten.

Für alle diejenigen, die den Award verpasst haben: Was genau macht license.rocks? Wie funktioniert euer Produkt, das auf Blockchain basiert?

license.rocks kreiert Lizenzierungslösungen für die digitale Welt von morgen. Wir machen erstmals Lizenzen handelbar und automatisiert verwaltbar. Es ist automatisiert verwaltbar, da wir den kommerziellen, technischen und rechtlichen Part in Form eines Lizenztokens zusammenbringen und maschinenlesbar aufbereiten. 

Handelbar wird zudem die Lizenz dadurch, dass wir Blockchain nutzen, um Eigentumsnachweise digital abzubilden. Käufer*innen ermöglicht dies auch vorab zu prüfen, ob die Verkaufspartei legitimiert ist, das digitale Gut zu verkaufen. Blockchain ermöglicht uns die Eigentumsnachweise manipulierungssicher zu gestalten und die jeweiligen Lizenztokens zu generieren.

Der Deep Tech Award zeichnet Lösungen auf Soft- und/oder Hardwarebasis aus Berlin aus. Wie seht ihr prinzipiell das Klima in Berlin bezüglich Innovationsfreundlichkeit im Tech-Bereich?

Es gibt viele Optionen für innovative Startups. Allerdings sind diese oft nicht für alle transparent und es ist teilweise erschreckend zu sehen, wie wenig Ahnung viele Start-ups von den zahlreichen Unterstützungsmöglichkeiten haben. Wir selbst haben sehr von diesen Möglichkeiten profitiert und sind durch die Teilnahme am Berliner Start-up Stipendium der FU Berlin bestens auf diese Möglichkeiten vorbereitet worden. Auch haben wir von freien Beratungs- und Informationsoptionen, wie beispielsweise dem Coaching Bonus, profitieren können. Wir glauben, dass – auch gepusht durch bekannte Medienformate – viele Start-ups nur den VC-Weg als Finanzierungsoption sehen und anstreben.  

Berlin ist ein sehr innovationsfreundlicher Standort. Der Austausch mit anderen Deep Tech-Start-ups und das Erlernen von Wissen in den unterschiedlichen Bereichen ist durch die hohe Dichte an Start-ups, sowie den vielen freien Veranstaltungen durch das vorhandene Ökosystem, ein absoluter Traum. Einzig der Zugang zu Kapital, gerade bei Entwicklungs- und damit zeitintensiven Technologiethemen, könnte stark verbessert werden.

Was macht für euch die Deep Tech-Szene Berlins aus? Was kann Berlin besser als andere Standorte in Deutschland?

Berlin ist gerade im Ausland und insbesondere für die Thematik Blockchain der Ort zum Gründen. Wir haben hier viele sehr innovative Start-ups, eine enorme Anziehungskraft durch die Stadt Berlin und ihre kulturelle Vielfalt selbst. Im Vergleich zu den Kosten von Start-ups in den USA (beispielsweise NYC oder im Silicon Valley) oder anderen europäischen Hauptstädten haben wir einen sehr kompetitiven Standortkostenvorteil. 

Wir können andere Deep Tech-Bereiche nicht wirklich bezüglich des Standortes beurteilen, befürchten aber, dass Berlin als derzeitige “Blockchain/Crypto-Hauptstadt” der Welt bald der Rang abgelaufen werden könnte, wenn nicht auch mehr Fokus seitens der Stadt / Regierung auf diesen Standort gesetzt wird und das zarte Pflänzchen gepflegt wird. Insbesondere wäre es wünschenswert, wenn Senat und Regierung sich das vorhandene Potential der Start-up-Innovationen zu Eigen machen würden und als aktive Treiber*innen und erste Kund*innen Lösungen mitgestalten und einsetzen. Hier fehlt ein wenig die Bereitschaft der Politik und Gesellschaft zur aktiven Teilhabe und dem Verfolgen einer großen Digitalisierungs- und Zukunftsvision. Würden Prozesse durch Lösungen von Start-ups optimiert und digitalisiert, wäre dies zum einen ein Vorteil für die Start-ups, da sie von Beginn an einen verlässlichen Kunden hätten und zum anderen ein großes Zeichen, dass Berlin ein Innovationsstandort ist, der seine Sache ernst meint.

Auch in Bezug auf den privaten Sektor brauchen wir hier einfach mehr Innovationsbereitschaft großer Unternehmen, die auch neue Wege zusammen mit Start-ups gehen wollen, um einen Einstieg in die Deep Tech-Welt auch in kollaborativen neuen Formaten zu gestalten. 

Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus? Wo steht license.rocks, auch dank dem Preisgeld des Deep Tech Awards, in einem Jahr?

Wir werden das Preisgeld nutzen, um eine*n Werkstudent*in zur Unterstützung unserer Marketingaktivitäten einzustellen.

Unser Produktportfolio wird in einem Jahr soweit sein, schnelle und flexible Use Cases im Bereich der Lizenzierung digitaler Produkte (Fotos, Software, IoT, etc.) aufzusetzen und uns dadurch in die Position zu bringen, verschiedene Industrien mit starken Partner*innen zu besetzen. 

Wir planen mehrere Use Cases, wobei wir uns stets in der Rolle des Product Providers sehen und durch Domain Expertise von unseren Partner*innen lernen und unsere Produkte immer weiter verbessern. Unsere idealen zukünftigen Partner*innen übernehmen dann den operativen Part und etablieren mit uns neue oder höhere Einnahmequellen und Produkte. Zudem bereiten wir eine Finanzierungsrunde vor und wollen 2021 dann personell expandieren und bis dato dann Traction in verschiedenen Bereichen aufweisen können. Mehrere größere Deals aus unserer derzeitigen Sales Pipeline (den langsamen B2B Sales-Zyklen geschuldet)  sollten dann auch in unserem ersten Use Case – dem Verkauf von gebrauchten Onpremise Software Lizenzen – vollzogen sein.

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