Deep Tech Award 2020: Interview mit Augmented Robotics, Gewinner IoT / Industrie 4.0

In der Kategorie IoT / Industrie 4.0 freute sich beim Deep Tech Award 2020 das Team von Augmented Robotics über die Auszeichnung. Wie funktioniert ihr Produkt, das „RoboHeart“? Wir haben mit dem Team gesprochen.

Zwei Mitarbeiter von Augmented Robotics empfangen den Deep Tech Award auf der Bühne und unterhalten sich mit der Moderaorin
Das Team bei der Preisverleihung © André Wunstorf

Liebes Augmented Robotics-Team, herzlichen Glückwunsch euch noch einmal zum Gewinn des Deep Tech Awards in der Kategorie IoT / Industrie 4.0! Wie lief für euch der Bewerbungsprozess ab?

Wir freuen uns sehr, dass wir diese Auszeichnung entgegennehmen durften. Wir danken der Jury sehr herzlich, es ist uns eine große Ehre, diese Kategorie vertreten zu dürfen.

Für uns war der Bewerbungsprozess einfach zu verfolgen und offen genug, um ein Ideenpapier mit erklärenden Deep-Tech-Informationen über unser Unternehmen zu erstellen, die Voraussetzungen schränkten uns nicht ein. Wir haben versucht, so transparent und klar wie möglich zu sein, um der Jury unsere F&E zu beschreiben und zu zeigen, wie wir „Rocket Science“ in unserer Geschäftsidee umsetzen.

Augmented Robotics verbindet analoge und digitale Spiele durch Augmented Reality. Wie genau funktioniert euer Produkt?

Unser Augmented Reality Modul RoboHeart kann auf handelsüblichen Modellfahrzeugen angebracht werden. Das RoboHeart ermöglicht es, das Modellfahrzeug mit dem eigenen Smartphone zu steuern und in eigene Spiele einzubeziehen. So fährt man nicht nur, wie mit der Standardfernbedienung des Fahrzeugs einfach nur durch die Umgebung, sondern kann virtuelle Welten um das Fahrzeug erschaffen. Eigene Rennstrecken, die man mit Freunden gemeinsam befahren kann, Hindernisse, die man umfahren muss oder Objekte, die man einsammeln kann, bieten enormen Mehrwert für fernsteuerbare Spielwaren. Die Fantasie der Nutzer wird aktiviert, das Spielen macht mehr Spaß und draußen im Park ist es auch noch gesünder, da man sich mit seinem Modellfahrzeug bewegen muss.

Unsere Technologie kann sowohl in neue Produkte als auch in vorhandene Spielwaren integriert werden. Somit kann älteren Spielwaren neues Leben eingehaucht und ein Mehrwert erzielt werden, während bei neuen Modellen direkt das komplette Erlebnis zur Verfügung steht.

Wie kam euch die Idee zu eurem Unternehmen und eurem Produkt „RoboHeart“? Wie hat sich euer Team zusammengefunden?

Die Idee zu Augmented Robotics entstand 2016/2017 zum Ende unseres Studiums. Während dieser Zeit haben wir die Idee hobbymäßig verfolgt.

Wir drei Gründer stellten uns vor, wie cool es wäre, ein X-Wing Fight-Szenario aus Star Wars mit echten Drohnen zu spielen. Wir haben uns Augmented Reality und andere Technologien angesehen und gemerkt, dass es tatsächlich möglich wäre. Wir waren alle auf der Suche nach einer Herausforderung abseits unserer Fachgebiete und kamen so auf die Idee, die Spielwarenwelt zu revolutionieren. Hobbymäßig haben wir im Keller der TU Berlin an ersten Entwürfen getüftelt und Anfang 2018, nach dem Abschluss, haben wir uns in Vollzeit ins Projekt gestürzt. Eine offiziell gegründete Firma sind wir seit Mitte 2019.

Welche Entwicklungen im Bereich Industrie 4.0 wünscht ihr euch für die Zukunft? Und wie lautet eure Prognose: Wie wird sich die Industrie 4.0 generell noch entwickeln in den nächsten Jahren?

Augmented Reality wird die Art und Weise verändern, wie wir mit der realen und digitalen Welt interagieren und wird viele Tech-Träume verwirklichen. In fünf bis zehn Jahren wird z.B. die AR-Brille preisgünstiger sein, so dass das Arbeiten und Spielen mehr Spaß machen wird.

Augmented Reality wird die Art und Weise, wie wir arbeiten, revolutionieren. Die aktuelle COVID-19-Krise hat uns gezwungen, die Arbeit in unser Zuhause zu verlagern. Augmented Reality bietet innovative Lösungen wie digitale Meetings mit interaktiven Erfahrungen und generell mehr interaktive Möglichkeiten, um das Home-Office unterhaltsamer zu gestalten. Es gibt eine Welt voller Möglichkeiten zur Verbesserung der digitalen und virtuellen Assistenz, der Smart Manufacturing, der Modellierung und Visualisierung von Interieur- und Industriedesign usw.

In der Zukunft wird es auch möglich sein, die Wartung von Maschinen zu vereinfachen: Mithilfe von AR-Brillen können Informationen über die einzelnen Teile der Maschine in der AR angezeigt oder auch einzelne Probleme erkannt werden.

Wir wünschen uns, dass auch andere Industrien wie die Spielwarenindustrie Alternativen haben um die Nutzung ihrer Produkte in der digitalen Welt auszuweiten. Augmented Reality ist definitiv eine Technologie, die Nachhaltigkeit und Diversifizierung für viele Produkte und Dienstleistungen bieten kann.

Wo sehen wir Augmented Robotics in einem Jahr? Was habt ihr, auch mit dem Preisgeld des Deep Tech Awards, alles geplant?

In einem Jahr realisieren wir erste Pilotprojekte mit unseren Partnern aus der Spielwarenindustrie. In der Zwischenzeit werden wir unsere Technologie weiterentwickeln und verbessern.

Mit dem Preisgeld würden wir gerne das Team erweitern und natürlich etwas zusammen unternehmen, um den Erfolg zu feiern. Als Preisträger des Deep Tech Awards freuen wir uns auch über mehr Sichtbarkeit und Vernetzungsmöglichkeiten.

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