Blockchain-In-Use Conference: So geht Blockchain in Berlin

Ende Oktober fand die gemeinsam von BerChain und Berlin Partner organisierte Blockchain-In-Use Conference statt. An fünf Tagen wurden spannende Online-Panels gestreamt und mit Expert*innen diskutiert.

Mann hält Zettel in die Kamera, auf dem Blockchain steht
© Unsplash / Hitesh Choudhar

Aufgrund der andauernden Beschränkungen durch die Coronakrise konnte die ursprünglich geplante Berlin Blockchain Week in diesem Jahr nicht stattfinden. Das hielt die Köpfe hinter dem Blockchain-Netzwerk BerChain jedoch nicht auf: Kurzerhand stellten sie mit Unterstützung von Berlin Partner ein Online-Programm für die Konferenz Blockchain-In-Use auf. 

Die Woche startete mit dem Thema „Financial Services“. Das Spektrum der Anwendungen für Blockchain im Finanzsektor ist schier endlos: von Stablecoins, die über Zentralbanken als digitale Währungen ausgegeben werden, bis hin zu dezentralisierten Finanzinstrumenten, innovativen Zahlungslösungen und Yield Farming. Diese Bandbereite diskutierten mehrere Expert*innen mit BerChain-Vizepräsident Ricardo Garcia. In Video-Präsentationen wurden verschiedene Blockchain-Anwendungen aufgezeigt und anschließend diskutiert.

Dabei zeigte sich, dass mit den verschiedenen Anwendungen bereits viele Nutzer*innen erreicht werden und es nach wie vor viele weitere zu erreichende Nutzer*innen gibt. „Und dies ist erst der Anfang“, wie Moderator Rafael Schultz von BCP Labs am Ende des Talks zusammenfasste. „Die vielen Beispiele zeigen Blockchain in use und wie wir damit den finanziellen Markt von morgen verändern werden.“

Internet of Things und Blockchain

Ähnlich verlief es an Tag 2: Der IoT & Security-Track wurde durch BerChain-Präsident und -Gründer Silvan Jongerius eingeleitet. Die Expert*innen, unter anderem das ehemalige Deep-Tech-Award-Jurymitglied Prof. Dr. Katarina Adam von der HTW Berlin, präsentierten verschiedene Anwendungen zur Kombination von IoT und Blockchain. Es wurde herausgearbeitet, welche Hürden in der Adaption teilweise noch bestehen und wie diese überwunden werden können. Der Konsens: Mit Hilfe von IoT und Blockchain soll die Welt ein kleines bisschen besser gemacht und Probleme aktiv gelöst werden. Auch die Wichtigkeit von Digital Security wurde herausgehoben: Stephan Noller bekräftigte noch einmal, dass die Risiken, die mit der Digitalisierung einhergehen, realisiert und bekämpft werden müssen. Auch hierbei könne Blockchain helfen. Nichtsdestotrotz wurde noch einmal hervorgehoben, dass nicht alle Probleme mit Blockchain gelöst werden können. Wichtig sei es, Prozesse erst einmal kennenzulernen und daraufhin (Blockchain-)Lösungen zu entwickeln.

„Wir müssen aufgeschlossen bleiben, lernen und Menschen, die ebenfalls lernen wollen, auffordern, sich uns anzuschließen”, fasste Prof. Dr. Katarina Adam das Panel am Ende zusammen.

Die Mobilitätsindustrie: Erstanwenderin der Blockchain-Technologie

Tag 3 stand ganz im Zeichen von Blockchain & Mobilität. Artiona Bogo, ebenfalls Teil von BerChain, startete die Runde und leitete zu den Expert*innen über. Diese präsentierten mehrere Anwendungsfälle: Vertrauen als eine Grundvoraussetzung im Internet of Things, Blockchain-basierte Mobilität als Service und dezentraler Datenaustausch für die Automobilindustrie. Der Konsens am Ende: In einem Jahr wollen sich die Teilnehmer*innen der Runde wieder treffen und dann hoffentlich von vielen neuen Erfolgsgeschichten berichten.

Bessere Lieferketten mit Blockchain

Am darauffolgenden Tag widmete sich die Konferenz dem Thema „Supply Chain“. Im Fokus stand dabei die Möglichkeit, Blockchain als Lösung in Lieferketten zu integrieren, um diese transparenter zu machen. Gerade die Coronakrise hat deutlich gemacht, dass Lieferketten oft zu intransparent und fragmentiert sind. Das liegt u.a. daran, dass die Krise einen großen Einfluss auf einige Lieferketten hatte. Man nehme nur das Beispiel Toilettenpapier: Zu Beginn der Krise begannen Menschen, Paletten von Toilettenpapier  zu horten und diese waren  an vielen Orten zeitweise nicht mehr verfügbar. Wie Anthony Day von IBM zu Beginn des Panels feststellte, haben viele Entscheidungsträger*innen jedoch einiges aus der Krise gelernt, auch im Bereich Blockchain.

Die Expert*innen von IBM, Henkel, Circulor und Scantrust diskutierten das Potential von Blockchain für die Lieferketten-Industrie. Blockchain bietet hier unter anderem eine kryptographische Sicherheit und eindeutig nachweisbare Herkunft für alle Komponenten einer Lieferkette. Dies gilt nicht nur für die klassische Industrie, sondern mitunter auch für den Energiesektor, der durch Douglas Johnson-Pounsgen von Circulor in diesem Panel repräsentiert wurde.

Berlin: Der Blockchain-Hub

Den Abschluss der Blockchain-In-Use Conference bildete am fünften Tag der Public Administration Track. Unter der Moderation von Sascha Dobratz von Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie diskutierten Repräsentant*innen aus der Verwaltung und der Industrie in einem hybriden Format die Frage, wie die Stadt Berlin und die öffentliche Verwaltung zum Potential von Berlin als Blockchain-Hub beitragen können. Dabei wurde noch einmal die Wichtigkeit des Netzwerkens zwischen den verschiedenen Stakeholdern und die prinzipielle Wahrung des Datenschutzes hervorgehoben. Ebenso wurde deutlich, dass der öffentliche Sektor bereits mehrere sehr fortschrittliche auf Blockchain basierende Ansätze verfolgt.

Zum Abschluss freute sich Silvan Jongerius gemeinsam mit Amira Gutmann-Trieb von Berlin Partner über die erfolgreiche Woche und über den blühenden und sich stetig weiterentwickelnden Blockchain-Hub in Berlin.

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