Blockchain – die technologische Innovation für Unabhängigkeit

Was als Trend begann, ist inzwischen zu einem festen Bestandteil der Berliner Deep Tech-Szene geworden: Blockchain wurde erstmals in 2008 gegründet und gewann mit der Plattform BitCoin an Momentum. Seit 2013 wurden bereits hunderte Blockchain-Unternehmen in Berlin gegründet. Außerdem beschäftigt das Thema Blockchain nicht nur Startups, sondern auch Acceleratoren, Konzerne, Investoren und Forschungseinrichtungen. In den letzten Jahren wurde Berlin sogar zum europäischen Blockchain Hub. Aber wie kam es eigentlich soweit?

Lichtshow mit Blockchain artigen Kästen
© Fabio Oy / Unsplash

Einerseits trägt die Berliner Mentalität viel zu dieser erfolgreichen Entwicklung bei. Die Berliner Ladenbesitzer*innen wollten der Abhängigkeit von staatlichen und unternehmerischen Kontrollmechanismen einen Schlussstrich setzen und entschieden sich deshalb dazu, BitCoin als Zahlungsmethode einzuführen. Somit fing Blockchain an, in der Hauptstadt an Popularität zu gewinnen. Mittlerweile überzeugt das Blockchain-Ökosystem Neuankömmlinge besonders mit der Berliner Experimentierfreudigkeit, Diversität, Freiheit und kontinuierlichen Weiterentwicklung. Außerdem sind die Regularien in Berlin längst nicht so streng als in den USA und China, was dazu führt, dass zahlreiche Startups ihr Glück in Berlin versuchen. Zudem kommt, dass die Unterhaltskosten viel niedriger sind als in anderen Blockchain Hubs, wovon sowohl Arbeitgeber*innen als auch Arbeitnehmer*innen profitieren. Die Vielfalt und Vielseitigkeit an Blockchain-basierten Lösungen zieht viele Startups nach Berlin.

Die Blockchain-Szene in Berlin

Von der Entwicklung dezentraler Apps bis hin zu Tausch-Plattformen: die Blockchain-Szene in Berlin ist sehr facettenreich. Diese Vielfalt sorgt nicht nur für eine stets ansteigende Anzahl an Startups, sondern ermöglicht auch neue Geschäftsmodelle im Blockchain-Bereich. Unter anderem beeindruckt all4btc mit einer Plattform, die es ermöglicht, auf E-commerce Webseiten wie Amazon und Ebay mit der Kryptowährung Bitcoin zu zahlen. Aber auch Bitwala vereinfacht das Leben der Konsument*innen. Das Unternehmen ermöglicht nämlich Auslandsüberweisungen innerhalb von nur wenigen Stunden. Außerdem war das Bezahlen von Nanobeträgen noch nie einfacher. IOTA zum Beispiel ermöglicht es, diese kleinen Summen zu zahlen und gleichzeitig Überweisungskosten zu sparen. In dieser digitalen Revolution gewinnen auch Unternehmen wie Jolocom an Bedeutung, denn dieses ermöglicht den Konsument*innen, ihre Identität zu verwalten, indem es durch die Plattform alle persönlichen Daten aus dem Internet sammelt und somit die Kontrolle über das digitale Selbst übernimmt. Auch Datenschutz ist ein Thema, das heutzutage regelmäßig in den Schlagzeilen landet. Das Unternehmen Lisk hat deshalb eine Plattform erstellt, die es ermöglicht, dezentrale Apps, auch „Dapps“ genannt, zu entwickeln. Die dezentrale Charakteristik der Plattform garantiert somit den Schutz vor Manipulation. Ein weiteres erwähnungswertes Start-up ist der diesjährige Deep Tech-Preisträger in der Kategorie Blockchain, license.rocks – das erste Unternehmen, das Blockchain für die Verwaltung von Softwarelizenzen verwendet. So können Kund*innen nicht nur sicher digitale Assets kaufen und verkaufen, sondern auch ihre Arbeit lizenzieren und monetarisieren.

Ein wissenswertes Geschäftsmodell für alle Startups ist der Wagniskapitalgeber Blueyard Capital, dessen Mission es ist, neue dezentrale Start-ups mit innovativen Ideen zu finden und finanziell zu fördern. Für an Blockchain interessierte Unternehmen bietet sich der Kontakt etwa zu Monax und Coyno. Denn diese beiden bieten Plattformen an, die den Aufbau und die Interaktionen von Blockchain-Technologien vereinfachen sollen.

Berchain – eine Plattform für alle Blockchain-Enthusiasten

Damit Berlin auch weiterhin der europäische Blockchain Mittelpunkt bleibt, haben Silvan Jongerius, Ricardo Garcia und acht weitere Gründungsmitglieder eine gemeinnützige Organisation gegründet: Berchain. Das Ziel ist es, die Blockchain-Community zu vernetzen. Mit Hilfe von Berchains Slack-Community können Entwickler*innen, Berater*innen, Start-ups oder Unternehmensprojektteams Informationen oder Ideen austauschen, sowie gemeinsam Probleme lösen. Außerdem werden regelmäßig Veranstaltungen und Projekte in Berlin organisiert, die nicht nur das Networking ermöglichen, sondern auch zur Förderung von Wissenschaft und Forschung gelten. Somit profitieren Mitglieder von Training, Feedback und Networking, das der Weiterentwicklung der Mitglieder zuträglich ist. Der Antrag der Mitgliedschaft verläuft in der Regel reibungslos und erfolgreiche Bewerber*innen werden innerhalb von fünf Tagen zur Berchain-Slack-Community eingeladen.

Bei so viel Zusammenarbeit darf man auf alle weiteren Entwicklungen in der Berliner Blockchain-Szene und künftige dezentrale Geschäftsmodelle gespannt sein.

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