Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain-Technologie in mobilen Apps

Selbst nach vielen technologischen Fortschritten halten sich Unternehmen bei der Nutzung der Blockchain-Technologie immer noch zurück. Sie wird als fremd, einschüchternd und zu kompliziert erachtet.

Hand hält Smartphone mit PC im Hintergrund
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Dabei bietet die Blockchain Vorteile für Unternehmen aus den unterschiedlichsten Bereichen, die mobile Apps entweder für ihre Arbeitsprozesse nutzen oder für Endkunden zur Verfügung stellen.

Schnellere Transaktionen

Grundsätzlich lässt sich die Blockchain für Transaktionen jeglicher Art einsetzen. Am meisten profitieren Unternehmen im Lieferketten-Management, im Finanzsektor oder in der  Gesundheitsbranche.

Die Blockchain trägt zu einer höheren Geschwindigkeit von Transaktionen bei: Firmen, die etwa mobile Apps nutzen, um Transaktionsdaten zu erfassen und freizugeben, werden mit der Blockchain schneller ans Ziel kommen.

Die Technologie kann für das Supply Chain Management genutzt werden, um den Weg von Lebensmitteln nachzuverfolgen: Denn Lieferketten bestimmter Produkte sind oft zu komplex. Mobile Apps, basierend auf der Blockchain-Technologie, machen die Historie eines Produkts transparent: So können Firmen detailliert nachverfolgen, wie es um Mengen, Änderungsaufträge, Seriennummern etc. steht. Parallel zur Schnelligkeit von Transaktionen gehört die Transparenz zu einer der wichtigsten Eigenschaften der Blockchain-Technologie.

Letztlich sorgt sie im Lieferketten-Management unter anderem dafür, dass Rückrufe von Produkten deutlich verringert werden und auch strenge Lebensmittelstandards eingehalten werden können.

Neben dem Supply Chain Management etablierte sich die Blockchain-Technologie bis heute am meisten im Finanzsektor. Das hängt teilweise auch an der Geschichte der Blockchain mit den Kryptowährungen zusammen. Die Technologie hat das Potenzial, langwierige, komplexe Transaktionen zu beschleunigen.

Banken können mit der dezentralen, unveränderlichen Datenbank die Effizienz steigern, Personal einsparen und Kosten senken. Denn alle beteiligten Blockchain-Datenzentren verarbeiten jegliche Informationen sekundenschnell. Das Berliner Start-up Bitwala zum Beispiel bietet Geldüberweisungen per Blockchain an. Innerhalb von Stunden soll es möglich sein, Geld in andere Länder zu überweisen. Dafür wird die ursprüngliche Währung zunächst in Bitcoins getauscht und anschließend in die Ziel-Währung umgewandelt und überwiesen.

In-App-Kaufprobleme lösen und Kunden gewinnen

Viele App-Entwickler*innen sind finanziell auf In-App-Käufe angewiesen. Das sind zusätzliche Inhalte oder Dienste innerhalb einer – oft kostenlosen – App, die Nutzer*innen käuflich erwerben können. Oft ist das bei Spielen der Fall.

Das Problem: Viele Leute können die In-App-Käufe nicht tätigen, da ihnen die erforderlichen Zahlungsmethoden, beispielsweise Kreditkarten, nicht zur Verfügung stehen. Außerdem dauert der Prozess ziemlich lange und ist mit Hinblick auf die Kartenverarbeitungs-, Gateway-, App Store-, und Transaktionsgebühren nicht effizient.

Hier kommt die Blockchain ins Spiel: Mit einem dezentralen Modell werden etwa App-Coins verwendet, um die Prozesse zu vereinfachen und Kosten zu sparen. Das ist eine Win-win-Situation für die App-Entwickler*in und die Nutzer*in: Im Rahmen eines Belohnungssystems gehen die digitalen Münzen an die Benutzer*in – durch das Anschauen von Werbung etwa, die generelle Verwendung und durch Einkäufe werden sie mit Münzen belohnt. Dieses Geld lässt sich auf einfache Weise in In-App-Käufe investieren.

Ein Beispiel aus Berlin: Das Start-up Ares Tech stellt Entwickler*innen ein skalierbares Blockchain-Gaming-Netzwerk mit den zugehörigen Ares Tokens zur Verfügung. Endnutzer*innen können sich über die dezentralisierte Anwendung mit anderen Gamer*innen vernetzen und Entwickler*innen haben die Chance, ihre Spiele zu monetarisieren, indem sie Ad-Plattformen oder Live-Video-Anwendungen kreieren und importieren. Laut eigenen Unternehmensangaben ist das Ziel des Blockchain-Start-ups, eine Entwickler-Community aufzubauen und dabei „die Vorteile Berlins und Europas aktiver Tech-Start-up-Szene zu nutzen“.

Ein weiterer wichtiger Vorteil der Blockchain-Technologie für mobile Apps wird hier deutlich: Sogenannte Mittelsmänner bzw. Vermittler*innen werden komplett abgeschaltet. Oft sind das große Konzerne wie in diesem Fall Kreditkartenunternehmen.

Keine Manipulation dank Blockchain-Verschlüsselung

Die verteilte und sichere Architektur der Blockchain-Technologie erlaubt es, Transaktionsdaten zu sichern, aufzubewahren und Informationen vor Cyberangriffen zu schützen. Möglich macht das die kryptographische Technologie: Mit der Blockchain werden alle Transaktionen mit privaten Schlüsseln und Codes verriegelt – Daten und Werte werden in einem geschlossenen Bereich mit ausschließlich identifizierten Nutzer*innen aufbewahrt. Zudem werden individuelle, digitale Signaturen vergeben.

Aufgrund dieser Verschlüsselungstechniken könnte die Blockchain unter anderem den Gesundheitssektor revolutionieren. Das in Berlin ansässige Start-up Spherity zum Beispiel sagt Papierrezepten den Kampf an. Mit einem Identitätsprototyp können Arztpraxen ihren Patienten E-Rezepte ausstellen. Das ist vor allem in Zeiten der Corona-Pandemie ein Vorteil, da das Geschäftsmodell soziale Distanzierung ermöglicht.

So können mobile Apps entwickelt werden, die sich Patienten auf ihrem Smartphone herunterladen und so nicht nur etwa die gesamte Krankengeschichte in einer App zur Verfügung haben, sondern auch ihre E-Rezepte.

Allgemein kann die Blockchain immer dann zum Einsatz kommen, wenn (sensible) Informationen gespeichert und fälschungssicher weitergegeben werden sollen. Außerdem können auf der Blockchain basierende Apps Fälschungen jeglicher Art offenlegen. Neben Firmen im Lieferketten-Management, dem Finanzsektor und der Gesundheitsbranche profitieren aber auch ganz andere Bereiche von der Blockchain: Der Energiesektor zum Beispiel. Die Berliner Energie Web Foundation bietet eine Lösung zum Handel erneuerbarer Energien an. Dafür entwickelte der Verein dezentrale Apps, die Privatpersonen ermöglichen, grüne Energien zu kaufen, Elektrofahrzeuge aufzuladen oder eigene Geräte wie Batterien oder Klimaanlagen an das Stromnetz anzuschließen.

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