Mit IoT Krankenhausinfektionen verringern

Seit Beginn der Pandemie ist ein Thema in aller Munde: die sorgfältige und regelmäßige Desinfektion der Hände. Ein Start-up hat jedoch bereits lange vor der Covid19-Krise erkannt, wie wichtig die Handhygiene ist: HygNova.

Frau im Krankenhauskittel hält Hand unter Desinfektionsspender
© Pexels / Andrea Piacquadio

In Deutschland gibt es jährlich zahlreiche Krankenhausinfektionen, die zu mehreren tausend Todesfällen und bis zu € 1,4 Milliarden zusätzlichen Kosten führen. Eine Infektion verlängert die Krankenhausdauer der Patient*innen im Durchschnitt um sieben Tage und ist mit Kosten von rund € 9.000 verbunden. Seit 2017 versucht HygNova den Medizinsektor zu revolutionieren und die medizinischen Komplikationen und Todesfälle im Zusammenhang mit Krankenhausinfektionen zu verringern. Das Ziel ist, Transparenz zu schaffen und die Handhygiene in der gesamten Versorgungskette langfristig zu verbessern und zu fördern. Während inzwischen jeder die Relevanz dieser Mission erkennen müsste, fragen Sie sich vielleicht, wie dieses Start-up langfristig eine Verbesserung der Handhygiene gewährleisten kann.

Desinfektionsmittel mit Smart-Technik

Um ihre Mission zu erreichen, nutzt HygNova die zuverlässige IoT-Technologie, um die Hygienekennzahlen von Institutionen rund um die Uhr anonym zu erfassen. Diese Zahlen werden generiert, indem HygNova die vorhandenen Spender mit Smart-Technik ausstattet und diese mit infrarot-basierten Raumsensoren ergänzt, die dann den Behandlungsablauf der Patient*innen erfassen sollen. Mit Hilfe eines browser-basierten Dashboards werden die ausgearbeiteten Daten dann visuell und leicht verständlich angezeigt. Darüber hinaus entspricht dieses Geschäftsmodell den DSGVO-Bestimmungen, da die vollständige Anonymität gewährleistet und kein eigener Server für die Einrichtung erforderlich ist.

Um Krankenhausinfektionen zu reduzieren, plädiert HygNova dafür, als natürlicher Bestandteil der Versorgungskette integriert zu werden, einschließlich der ambulanten Patient*innenversorgung, Patient*innenaufnahme, Diagnose/Behandlung/Versorgung, Sicherstellung des Behandlungserfolgs und Entlassung der Patient*innen. Darüber hinaus kann die intelligente Technologie zwischen verschiedenen Berufsfeldern wie Ärzteschaft, Pflegekräfte und Reinigungskräfte präzise unterscheiden und erkennt Bewegungen, Körpertemperaturen und Handdesinfektionsmaßnahmen. Dadurch ist die Technologie in der Lage, alle fünf WHO-Momente der Handhygiene zu identifizieren: vor dem Patient*innenkontakt, vor aseptischen Tätigkeiten, nach dem Kontakt mit Körperflüssigkeiten der Patient*innen, nach dem Patient*innenkontakt und nach dem Kontakt mit der Umgebung der Patient*innen.

Intelligente Sensoren

Die Vorteile der Einführung von HygNova sind für Institutionen zahlreich. Aufgrund der Simplizität der Technologie können intelligente Sensoren in jedes Patient*innenzimmer und jede Einrichtung (Krankenhaus, Kindergarten, Praxis usw.) integriert werden. Gleichzeitig werden keine tragbaren Sensoren benötigt. Dies schützt nicht nur die Mitarbeiterdaten und garantiert, dass alle Daten zu 100 Prozent anonym bleiben, sondern senkt auch Kosten und schont Ressourcen.

Darüber hinaus sind die Ergebnisse des Geschäftsmodells vielversprechend. Der Einsatz von Reinigungsflüssigkeit stieg nach der Einführung der Smart Dispensers in Einrichtungen um 20 Prozent. Indem medizinische Institutionen langfristig die Händedesinfektion um 18 Prozent erhöhen, können Krankenhausinfektionen bis zu 57 Prozent reduziert werden.

Durch die Corona-Krise zu technologischem Wandel?

Momentan ist die Händedesinfektion ein brennendes Thema. „Post-Corona werden wieder Mittel zur Rettung von Unternehmen außerhalb der Gesundheitswirtschaft benötigt; der Fokus und insbesondere Geldmittel werden dann wieder anders allokiert. Gerne lasse ich mich hier von der Politik vom Gegenteil überzeugen. Wenn die Corona-Krise dazu beiträgt, dass wir als Gesellschaft jetzt mehr auf den Schutz unserer Risikogruppen fokussieren, können wir den notwendigen technologischen Wandel hoffentlich früher gemeinsam erreichen“, sagt Dr. Ehran Khaljani, Facharzt, urologischer Chirurg und Geschäftsführer von HygNova in einem Interview.

Obwohl die Händedesinfektion in der Krisenzeit an Bedeutung gewann, sollte sie auch nach Corona wichtig bleiben. Hoffentlich hat die Pandemie, trotz aller Verluste, eine Änderung des Hygieneverfahrens eingeleitet, die auch in den kommenden Jahren ein Schwerpunkt bleiben wird.

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