Berlin goes future: Berlin TXL – The Urban Tech Republic

Die wachsende Hauptstadt befindet sich im technologischen Wandel: Die wichtige Entscheidung um die Schließung vom Flughafen Tegel ist längst gefallen – Berlin wird einen geschichtsträchtigen Kult-Flughafen verlieren, doch gewinnt dafür das Ausnahmeprojekt Berlin TXL – The Urban Tech Republic. Bereits im Frühjahr 2021 erwartet das ehemalige Tegeler Flughafengelände eine beispielhafte Transformation – hin zu einem innovativen Forschungs- und Industriepark für urbane Zukunftstechnologie.

Zeichnung von The Urban Tech Republic mit mehreren Menschen, Fahrzeugen und Gebäuden im Hintergrund
© Berlin TXL Day / Tim Dinter

Wo zuvor Millionen von Passagier*innen in die Lüfte gestartet sind, wird es nun Zeit für bedeutsamere Höhenflüge – in Richtung Zukunft. Auf dem circa fünf km2 großen Gelände wird viel Platz für die Stadt von morgen geschaffen. Neue urbane Technologien, effizientere Prozesse und nachhaltigere Materialien sollen auf den Kerngebieten Energie, Mobilität, Wasser, Recycling und auch Informations- und Kommunikationstechnologie entwickelt und etabliert werden. Dadurch können wir die künftigen Herausforderungen einer wachsenden Bevölkerung samt Ressourcenknappheit, Energieverbrauch und Mobilität im städtischen Raum begegnen

Doch wie genau soll das funktionieren? 

Berlin TXL bietet eine Plattform für Datenmanagement in der Smart City in Berlin. Auf dem ehemaligen Flughafen soll vor allem die enge Vernetzung von Lernenden, Forscher*innen und Expert*innen die aus der Forschung resultierenden innovativen Entwicklungen begünstigen. Der direkte Austausch zwischen Studierenden und Unternehmen, Investor*innen und Start-ups, Industriellen und Wissenschaftler*innen innerhalb der Urban Tech Republic verbindet Kreativität mit Expertise – auf dem Gebiet der Technologie ergeben sich dadurch ganz neue Möglichkeiten. Eben diese will man nutzen, um Berlin als deutsche Hauptstadt zur Stadt von morgen zu machen. Effizient, smart, digital.

Die Urban Tech Republic wird also viel Neues schaffen, vor allem auch Raum. Bis zu 1.000 Unternehmen, Institute, Forschungseinrichtungen und 5.000 Studierende sollen dort ihren Platz finden und bis zu 20.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Zusätzlich entsteht mit dem Schumacher-Quartier neuer Wohnraum – mehr als 10.000 Menschen werden auf dem stillgelegten Flughafen in circa 5.000 Wohnungen leben, umgeben von knapp 200 Hektar Grünfläche, die Flora und Fauna wieder aufleben lässt. Das Besondere: Die neu erforschten Technologien von Berlin TXL werden auch in dem neuen Wohngebiet Anwendung finden. So wird auch das Schumacher-Quartier ein Beispiel für Smart City.

Mit Hilfe von Deep Tech vom alten Flughafen zur neuen Smart City

Bezüglich der Energieversorgung beabsichtigt die Urban Tech Republic Konsument und Produzent zugleich zu werden. Hierbei unterstützt ein Smart Grid mit innovativer Steuerungs- und Informationstechnik die Kommunikation aller Energieerzeuger, Energiespeicher und Energieverbraucher untereinander und ermöglicht die intelligente Steuerung des Energiehaushalts. Auf einer Online-Plattform soll darüber hinaus ein Vergütungssystem angewendet werden, das für den Energieverbrauch entlohnt: Verbraucher*innen können Abwärme aus Gebäuden, Abwasser, Serverräumen oder Industrieanlagen in das Leitungssystem des Netzes einspeisen und erhalten hierfür eine Vergütung.

Simultan übernimmt das größte globale LowEnergy-Netz eine effiziente Kälte- und Wärmeversorgung in Berlin TXL. Ergänzend dazu plant das Technologieprojekt die Verwendung von Erdwärme, Lichtenergie und Windkraft als Quellen erneuerbarer Energien. Langsam versickerndes Regenwasser und die dabei entstehende Verdunstung übernimmt in den heißen Monaten die Kühlung des Forschungs- und Industrieparks, mit positivem Effekt auf das vorherrschende Klima. Der Einsatz von Tech trägt hier viel zur Energieversorgung bei.

Mit einem möglichst autofreien Mobilitätskonzept legt die UTR mitsamt dem Schumacher-Quartier den Fokus auf umweltbewusste, gesunde und energieschonende Alternativen zur Fortbewegung. So sollen künftig Mobility Hubs einen intermodalen Umstiegspunkt auf smarte Verkehrsmittel mit Sharing Option oder den öffentlichen Nahverkehr bieten. Dabei wird ein fortschrittliches Schienensystem gleichermaßen von derzeit noch personengeführten Straßenbahnen und Bussen ferner von autonomen Transportmitteln genutzt werden können. Zusätzlich ermöglicht ein dichtes Fußverkehrs- und Fahrradwegenetz mit zwei geplanten Radschnellwegen die sichere unmotorisierte Bewegung für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen, mit direkter Anbindung an die bestehenden Verkehrsnetze der Hauptstadt.

Bereits bei den Umbaumaßnahmen will man mit dem Nachhaltigkeitsgedanken vorangehen, indem verschiedenste Bestandteile des Flughafens wie Betonpisten, Vorfeldflächen und sogar Hangars innerhalb der neu anvisierten Architektur wiederverwendet werden. Innerhalb der bestehend bleibenden Gebäude wird mittels Flächenheizungen und neuartiger Wärmedämmung der Wärmeverbrauch reduziert und folglich der Energiebedarf minimiert.

Die Idee der Urban Tech Republic ist in Europa einzigartig und ist bereits jetzt das internationale Aushängeschild für geplante Projekte im Bereich urbane Zukunftstechnologien und den Einsatz von Deep Tech, um aus Altem Neues zu machen.

Weitere Informationen zu Berlin TXL – The Urban Tech Republic finden Sie unter: https://www.tegelprojekt.de/

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